Nur noch die kleine Glocke läutet

Nachricht Willehadikirchengemeinde Garbsen, 20. September 2020

Vielleicht haben sich heute schon einige Gottesdienstbesucher und auch die Nachbarn über den ungewohnten Klang gewundert. Hier nun die Erklärung.

„Die Schwingungen des Turms beim Läuten scheinen mir etwas stark zu sein. Das sollte noch mal genauer von einem Gutachter untersucht werden“. Das sagte Herr Braun vom Amt für Bau- und Kunstpflege der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers bei der turnusmäßigen Begehung unserer Gebäude im Januar 2020. Und tatsächlich, für alle, die an der Begehung teilnahmen und oben in der Glockenstube gespannt und mit zugehaltenen Ohren die Tests der einzelnen Glocken und des ganzen Geläuts verfolgten, war das leichte Schwanken des Turms deutlich spürbar. Es ist nicht gefährlich, aber es belastet über die Jahre die Bausubstanz, und das ist nicht gut, so die sinngemäße Kernaussage.

Vor wenigen Tagen fand nun eine genaue und umfangreiche Untersuchung durch den Sachverständigen für „Baudynamik, Erschütterungen und Schwingungen im Bauwesen“, Prof. Kuhlmann statt. Einen ausführlichen Bericht wird er uns noch erstellen, aber eine erste Soforteinschätzung ergab, dass die beiden größeren der drei Glocken den Turm tatsächlich etwas über dem Grenzwert belasten, besonders natürlich bei vollem Geläut.

Wir folgen daher seiner Empfehlung und können bis auf Weiteres nur noch die kleine Glocke nach Belieben läuten. Die anderen Glocken müssen leider schweigen. So wird also eine Zeitlang nur noch die kleine Glocke zu den Gottesdiensten rufen, beim Vaterunser-Gebet und am Abend läuten.

Ein Lichtblick: an besonderen Festen, also Weihnachten, Silvester und dann Ostern 2021 darf noch mal das ganze Geläut klingen.

Wie geht es nun weiter?

Prof. Kuhlmann wird bis November ein Gutachten anfertigen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Denn tatsächlich kann man mit überschaubarem Aufwand etwas gegen die zu starken Schwingungen tun, das hat er uns versichert. Und so sind wir zuversichtlich, dass die Glocken im kommenden Jahr wieder so läuten können, wie sie uns vertraut sind.

Bei all dem Aufwand sind wir aber dankbar, dass Herr Braun das richtige Gespür für den Grenzwert hatte und uns rechtzeitig auf das Problem hingewiesen hat. Ebenso danken wir auch Herrn Kuhlmann für die schnelle Beurteilung und den zuständigen Kirchenämtern für die zügige Bearbeitung der Anfragen.